Hundeernährung
Grundlagen.

Trocken, nass, BARF, vegan? Ein Überblick über die Möglichkeiten und worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt — ohne Lager-Denken.

Julia Doubrawa Julia Doubrawa 7 Min. Lesezeit Aktualisiert · Mai 2026

Ernährung ist das Thema, bei dem im Hundebereich am leidenschaftlichsten gestritten wird. BARFer gegen Trockenfutter-Fans, Nass gegen Trocken, vegan gegen "traditionell". Die Wahrheit ist meist langweiliger als der Streit: Es gibt nicht das eine richtige Futter — es gibt das, was zu deinem Hund passt.

Die Optionen im Überblick

Trockenfutter ist günstig, lange haltbar, einfach zu portionieren. Qualität reicht von "kann man" bis "industrieller Schrott". Lies die Zutatenliste — die ersten drei Zutaten zählen.

Nassfutter enthält mehr Wasser (gut für Hunde, die wenig trinken), schmeckt vielen besser, ist teurer und kürzer haltbar nach dem Öffnen.

BARF (Biologisch Artgerechte Roh-Fütterung) heißt: rohes Fleisch, Innereien, Knochen, etwas Gemüse, Öle. Aufwendig, braucht Wissen, kann sehr gut sein — wenn richtig zusammengestellt.

Selbst kochen ist eine Variante zwischen BARF und Fertigfutter. Mehr Kontrolle als Fertigfutter, weniger Risiko als BARF — aber zeitintensiv.

Vegane / vegetarische Ernährung ist möglich, aber heikel. Hunde sind keine reinen Karnivoren, aber Fleisch deckt viele Bedürfnisse leichter als Pflanzen. Wenn dann: nur mit fundierter Beratung.

Worauf es wirklich ankommt

Egal welche Fütterungsart — entscheidend sind ein paar Punkte:

Die beste Ernährung ist die, die zu deinem Hund passt — und die du auch im Alltag durchziehen kannst.

Wie viel braucht dein Hund?

Die Angabe auf der Futtertüte ist eine grobe Richtschnur, kein Gesetz. Sie geht von einem "Durchschnittshund" aus — den es nicht gibt. Beobachte deinen Hund:

Wenn das nicht mehr stimmt: Menge anpassen, nicht erst beim Tierarzt damit warten.

Futterumstellung

Wechsel das Futter nie von heute auf morgen. Über 7–10 Tage langsam einmischen — sonst gibt es fast immer Durchfall. Der Hundedarm braucht Zeit, sich umzustellen.

Leckerlis & Co

Leckerlis sind Teil der Tagesration, nicht "extra". Wenn dein Hund 30 Leckerlis am Tag bekommt, sollte die Futtermenge entsprechend reduziert werden — sonst nimmt er zu, und du wunderst dich, woher.

Gute Leckerlis: kurze Zutatenliste, möglichst nur ein, zwei Zutaten (z. B. nur Leber, nur Lunge, nur Hähnchen). Industriell hochverarbeitete Riegel sind selten eine gute Wahl.

Wann zum Profi?

Es gibt Situationen, in denen DIY-Ernährung an ihre Grenzen kommt:

Empfehlungen?

Welches Futter passt zu deinem Hund?

Ich gebe keine Marken-Empfehlungen pauschal — aber ich kenne gute Ernährungsberaterinnen in der Region. Sag Bescheid, wenn ich vermitteln soll.

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